Cos d'Estournel

Bordeaux, Frankreich

Louis Gaspard d’Estournel war ein echter Abenteurer und Weltenbummler. Seine Vorliebe für alles Orientalische spiegelt sich in den beeindruckenden Pagoden wider, die sein 1811 fertiggestelltes Château Cos d’Estournel optisch so einzigartig machen. Nicht minder einzigartig ist aber auch der Erstwein des Weinguts, der zeigt, warum Staint-Estèphe ein echter Appellationsschatz im Norden von Haut-Médoc ist.       Mehr lesen

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96 Wine Advocate
1,5 l
1982 Cos d'Estournel St. Estèphe
Cos d'Estournel, Bordeaux 1982 Cos d'Estournel St. Estèphe
1.180,00 € *
1.5 l (1 l = 786,67 €*)
97 Vinous
1,5 l
2020 Cos d'Estournel St. Estèphe
Cos d'Estournel, Bordeaux 2020 Cos d'Estournel St. Estèphe
398,00 € *
1.5 l (1 l = 265,33 €*)
Story

Bereits zu Lebzeiten war Louis Gaspard d’Estournel unter seinem Spitznamen "Maharadscha von Saint-Estèphe" weit über die Appellationsgrenzen hinaus bekannt. Nicht nur, weil er sein Château Cos d’Estournel mit opulenten orientalischen Einschlägen erbauen ließ. Sondern weil er in der Region der erste Weingutsbesitzer war, der seine Gewächse selbst abfüllte – und auch selbst vermarktete. Und zwar in der ganzen Welt! So genossen zum Beispiel bereits 1838 britische Offiziere den Grand Vin vom "Rive Gauche" in Indien. Durch die berühmte Bordeaux-Klassifikation von 1855, die das Château Cos d’Estournel als Deuxième Grand Cru Classé adelte, nahmen die Begehrlichkeiten, eine Flasche dieses edlen Gewächses zu ergattern, zusätzlich Fahrt auf.

BRUNO PRATS LÄUTET NEUE ÄRA EIN

Diese große Auszeichnung bekam Louis Gaspard d’Estournel indes nicht mehr mit. Aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten musste der Mann von Welt sein Château 1852 verkaufen. Nur ein Jahr später starb er komplett verarmt mit Blick auf seine geliebten Weinberge. In den nächsten Jahrzehnten wechselte das Château Cos d’Estournel immer wieder den Besitzer. So erbte etwa 1970 Bruno Prats zusammen mit seinen Brüdern das Weingut mitsamt seinen 100 Hektar Rebflächen, die vor allem am Rande eines Plateaus in unmittelbarer Nähe der Gironde-Mündung zu finden sind.

CHÂTEAU COS D’ESTOURNEL UND DIE 100-JÄHRIGEN MERLOT-REBEN

Genau dieser Lage hat das Weingut dann auch einen Teil seines Namens zu verdanken. Denn "Cos" bedeutet so viel wie "Hügel der Kieselsteine", die den Boden dominieren. Ideal für Cabernet Sauvignon. Wobei Bruno Prats schon in den 1970ern die 100 Jahre alten Merlot-Reben, die hier gediehen, sehr zu schätzen wusste. Deswegen erhöhte er den Merlot-Anteil für den Grand Vin, wobei Cabernet Sauvignon nach wie vor die Hauptrolle spielt. Was aber nichts daran ändert, dass das zu einem neuen, samtigeren Stil führte, der aber weder die tiefe Komplexität noch die langlebige Eleganz des Weins schmälerte. Ein Novum in Saint-Estèphe, mit dem sich Bruno Prats einen Namen als Bordeaux-Avantgardist machte.

1998 folgte Bruno Prats dessen Sohn Jean-Guillaume. Allerdings nicht als Besitzer, sondern als Generaldirektor. Denn das Château Cos d’Estournel ging in diesem Jahr an die Taillan-Gruppe, bevor Investor Michel Reybier es 2000 final kaufte. Seit 2012 wird das Weingut von Aymeric de Gironde geführt, der sich den Önologen Jacques Boissenot und dessen Sohn Eric als Berater an die Seite holte, um noch weiter an der komplexen Qualität des Deuxième Grand Cru Classé zu feilen. Nach wie vor bildet der hohe Merlot-Anteil in der Cuvée aber das außergewöhnliche Herzstück dieses ebenso großen wie raren Weins.

Fakten
Land:Frankreich
Region:Bordeaux
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