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Chacra

Patagonien, Argentinien

"Ein Hauch Toskana in Patagoniens Wildnis" oder "Wie man Sassicaia hinter sich lässt"

Im Jahr 2003 zog es Piero Incisa della Rocchetta aus der malerischen Idylle der Toskana buchstäblich in die Pampa. So wird umgangssprachlich die Landschaft Patagoniens genannt. Unendliche, kaum besiedelte Weiten, nahezu unberührte Natur. Die Legende sagt, dass ein patagonischer Pinot Noir Piero zum Aufbruch und Neustart in Argentinien verführte.       Mehr lesen

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98 James Suckling
2020 Treinta Y Dos
Chacra, Patagonien 2020 Treinta Y Dos
109,00 € *
0.75 l (1 l = 145,33 €*)
97 James Suckling
2020 Chardonnay Chacra
Chacra, Patagonien 2020 Chardonnay Chacra
89,50 € *
0.75 l (1 l = 119,33 €*)
95 James Suckling
2020 Pinot Noir Sin Azufre
Chacra, Patagonien 2020 Pinot Noir Sin Azufre
42,90 € *
0.75 l (1 l = 57,20 €*)
BIO
2022 Pinot Noir Cincuenta Y Cinco
47,00 € *
0.75 l (1 l = 62,67 €*)
BIO
2022 Pinot Noir Sin Azufre
Chacra, Patagonien 2022 Pinot Noir Sin Azufre
42,90 € *
0.75 l (1 l = 57,20 €*)
Story

Es muss ein beeindruckender Wein gewesen sein, betrachtet man Pieros familiäre und önologische Hintergründe. Sein Großvater Marchese Mario Incisa della Rocchetta ist der Erfinder des Sassicaia, des italienischen Kultweins schlechthin, dessen Größe und Ausnahmestellung seit Jahrzehnten unumstritten ist.

Der Schatz am Río Negro

Am Río Negro wurde Piero fündig: Mit Pinot Noir bestockte Parzellen, die älteste 1932 gepflanzt, in sehr gutem Zustand. Da es in Patagonien keine Reblaus gibt, sind die Rebstöcke sogar ungepfropft, d.h. reinsortiger Pinot Noir ohne reblaus-resistente amerikanische Unterlags-Reben. 2004 gründete er sein eigenes Weingut, die Bodega Chacra. Die extremen Wetterbedingungen, welche rekordverdächtige Temperatur-Unterschiede von 40°C zwischen Tag und Nacht hervorbringen können, haben noch weitere Vorteile. Es ist zu trocken und zu windig für nahezu alle Schädlinge und Blattkrankheiten wie echter und falscher Mehltau. Voller Stolz kann Piero berichten, dass es sogar bereits einmal gelungen ist, den kompletten Vegetationszyklus in allen Lagen komplett ohne jeden Einsatz von Hilfsmitteln zu vollenden.

Von unberührter Natur zum natürlichen Wein

Von Anfang an setzte Piero auf bedingungslosen biologischen Weinbau. Inzwischen ist der Betrieb Demeter zertifiziert. Man setzt konsequent auf den Einklang mit der Natur. Selbst die im biodynamischen Weinbau zum Einsatz kommenden Hörner, die mit Präparaten gefüllt und im Boden vergraben werden, stammen von Milchkühen aus Bio-Landwirtschaft. Die Weine waren von Anfang erstklassig, doch unumwunden erzählt Piero von einem Lernprozess in der Stilistik. Frühe Pinot Noir-Jahrgänge bestachen durch ihre Wucht, bedingt durch spätere Lese und somit höhere Traubenreife. Hinzu kam ein keineswegs unangenehmer, aber deutlich spürbarer Eichenholzton durch den Einsatz neuer französischer Barriquefässer. Heute werden keinerlei neue Fässer mehr verwendet, die Pinot Noir-Rotweine werden meist hälftig in Betontanks und gebrauchten Barriquefässern ausgebaut. Die Lese erfolgt bei gesunder Reife, Überreife wird vermieden.

Prima Klima für Pinot Noir-Weine allerfeinster Kategorie

Falls Sie sich fragen, wie in einem teilweise wüstenähnlichen Klima solch elegante und hochfeine Weine entstehen können: Ein enorm wichtiger Schlüssel liegt in der Wasserversorgung nahe der Weinberge. Englische Siedler haben in den 1820er Jahren entlang des Río Negro Bewässerungsgräben angelegt, die noch heute dafür sorgen, dass auf einem 75 Meilen langen und 5 Meilen breiten Streifen Landwirtschaft betrieben werden kann. Die Winter sind mit bis -5°C nicht zu kalt und normalerweise schwanken die Temperaturen ansonsten zwischen 10°C und 35°C.

Hinter dem Rücken des Kellermeisters

Unter den Pinot Noir Rotweinen genießen insbesondere der Trenta Y Dos und der Cincuenta Y Cinco aus 1932 bzw. 1955 gepflanzten Reben in der Weinwelt hohes Ansehen. Wir möchten Ihnen hier jedoch den Sin Azufre näher vorstellen, weil die Geschichte dahinter heiter ist und den Esprit und die Einstellung von Piero Incisa della Rocchetta beleuchtet. Piero hält nicht viel von önologischen Lehrbüchern, er hinterfragt die Wissenschaft und vertraut lieber auf seine Intuition. Der Pinot Noir Sin Azufre (übersetzt: ohne Schwefel) entstand heimlich - es war Pieros Idee, die kerngesunden Trauben aus dem Cincuenta Y Cinco Weinberg ungeschwefelt zu Wein werden zu lassen. In einem 600 Liter Holzfass beginnt in der Regel nach drei bis fünf Tagen Mazeration die spontane Vergärung. Nach Abschluss der Gärung (ca. 15 bis 21 Tage) kommt der Wein ohne Zugabe von gepresstem Wein für elf Monate in gebrauchte Barriques (54%) und Betontanks (46%). Dieser pure, vollkommen natürliche und biodynamisch erzeugte Wein wird schließlich ungefiltert gefüllt. Der 2020er ist dank des Verzichts auf Schwefel unglaublich offen im Duft, insbesondere Schwarzkirsche und Walderdbeere entströmen dem Glas und verzaubern die Sinne. Am Gaumen sensationell präzise und mineralisch, komplex und von seidiger Textur. Feiner geht es nicht, verführerischer kann ein junger Pinot Noir kaum auftreten.

Chardonnay in Grand Cru Qualität

So erstaunlich die Rotweine der Bodega Chacra sind: Ein wahres Wunder sind die Chardonnays der letzten Jahre. Verantwortlich zeichnet sich kein Geringerer als Jean-Marc Roulot, das Genie hinter der Domaine Roulot im Burgund. Roulot ist keineswegs nur Berater, er ist am Chardonnay-Projekt der Bodega Chacra auch finanziell beteiligt. Probiert man den Chardonnay Chacra blind, so denkt mit Sicherheit niemand an die Neue Welt, sondern an edelste weiße Burgunder aus Premier oder Grand Cru Lagen. Die Ähnlichkeit mit Jean-Marc Roulots Burgundern ist frappierend, und in der Tat steigt die Nachfrage rapide. Wir können Ihnen nur ausdrücklich empfehlen, sich einige Flaschen zu sichern.

WeinArt und Bodega Chacra

Sie finden unsere kleine, aber sehr feine Auswahl an Bodega Chacra-Weinen in unserem Webshop.

Hans-Jürgen Teßnow, Juli 2022

Fakten
Land:Argentinien
Region:Patagonien
Eigentümer:Piero Incisa d. Rocchetta
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