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Schiefer Reime – Riesling im Kurfürstlichen Palais

Kurfuerstliches Palais Trier 170915neu

Diese Einladung hab‘ ich gern angenommen,
Wenn König Riesling ruft, sie alle kommen.

Meine Augen sehen gleich, was ich sehr mag,
Brauneberger, natürlich von Fritz Haag.
Knackig, stahlig, Säure-Puffer,
glasklar, so erfrischend ist die Juffer.
Danach schlägt für mich die Sonnenuhr,
das ist Riesling-Freude pur.

Nebendran Reinhold Haarts gold‘ne Tröpfchen,
die spuck‘ ich sicher nicht ins Kröpfchen.

Ein Ami staunt: „Hey man, Löwenstein!“,
gute Idee, ich sag‘ nicht nein.
Röttgen, Roth Lay, Schieferterrassen,
genüsslich den Hals hinunter laufen lassen.

Auch Liesers Niederberger Helden,
dürfen sich bei meiner Leber melden.
Für einen so sinnlich samt‘gen Schatz,
findet sich dort bestimmt noch Platz.

Keine Pause, ich bin so frei,
hätt‘ ich gern Bernkasteler Lay,
am vollen Stand von Dr. Loosen,
ein Engländer raunt: „Indeed well chosen!“
Das Treppchen, dass ich nicht steigen muss,
bietet reife Frucht im Überfluss.
Zum Schluss ein Kniefall vorm Prälat,
so genial, wenn ich könnte, wär‘s ein Spagat.

Was könnte zu meinem Glück noch fehlen?
Eine Sonnenuhr und zwar die aus Wehlen.
Dargereicht aus J.J. Prüm’schen Händen,
sollte es denn dereinst so enden,
nähm‘ ich auch Graacher mit ins Himmelreich,
mit diesem Pfand würd‘ ich sicher engelsgleich.

Aber vorher kehr ich noch bei Schaefers ein,
und lass‘ den Riesling Riesling sein,
beherz’ge das Motto vom Domprobst,
vergorene Trauben sind das beste Obst!

Darauf gönne ich mir, was soll’s,
aus Wiltingen ein Gläschen Volz,
dann mache ich mich ans Werk,
Romans Alte Reben Altenberg!
Es folgt ein ganz besonderer Gruß,
steil, steiler, Gottesfuß.

Aus dem Scharzhof kommen echte Knüller,
Andächtig schlürf‘ ich bei Egon Müller.
Unvergleichlich, so komplex und fein,
kann nur ein Scharzhofberger sein.

Nur wenige Minuten später
werd‘ ich zum Mineralitäter,
Lauers Kupp in Ayl,
Ist ein echtes Weinsinnsteil.

Der Kannibale wünscht guten Appetit,
wenn er einen Doctor sieht.
Wir sind evolutionär schon weiter,
und trinken ihn gelassen heiter.
Salud! Höre ich es spanisch,
ein Hoch der Medizin von Dr. Thanisch!

Den Zillikens gilt mein nächster Stopp,
die Saarburger sind stets wirklich Top,
filigran und leicht – das garantiert,
das aus dem Rausch kein Vollrausch wird.
Paradox, je mehr man davon trinkt,
desto schneller hier der Pegel sinkt.

Bedächtig, beseelt und ohne Hast,
verlasse ich den kurfürstlichen Palast,
Ein Abschluss, den ich jetzt noch liefer:
so kerzengerade geht man nur auf Schiefer!